Cover von Episode 0004: Prokrastination – Der Unterschied zwischen sinnvoller Prioritätensetzung und Aufschieben
 

0004 Prokrastination - Aufschieben vermeiden und Prioritäten richtig setzen

Lesezeit: 3 Minuten

„Prokrastinieren“ – jeder kennt das Phänomen. Die Deadline naht, die Aufgaben stapeln sich, aber irgendetwas lenkt immer wieder ab. Dabei ist Prokrastination per Definition das Aufschieben unangenehmer oder scheinbar langweiliger Aufgaben – und das oft auf Kosten von Produktivität und Erfolgsgefühl.

Prokrastination ist nicht immer nur negativ, aber es gibt klare Grenzen, wann das Aufschieben kontraproduktiv wird und wann es sinnvoll ist. Mit diesem Beitrag möchte ich Dir helfen zu erkennen, ob du gerade sinnvoll priorisierst oder einfach nur Aufgaben vermeidest. Außerdem geht es darum, wann gezieltes Abwarten oder Innehalten sogar von Vorteil sein kann.

Prokrastination verstehen: Was steckt dahinter?

Die Cambridge Dictionary-Definition von „procrastinate“ bringt es auf den Punkt: Es ist das Aufschieben einer Aufgabe, oft aus dem Grund, dass sie unangenehm oder langweilig erscheint. Aber was passiert eigentlich, wenn wir aufschieben? Das kurzfristige Aufschieben kann einen Moment der Erleichterung verschaffen, doch in der Regel führt es zu mehr Stress und Druck, je näher die Deadline rückt.

Prokrastinieren oder Priorisieren? Der feine Unterschied

Nicht jede Verzögerung ist gleich Prokrastination. Oft wird das Konzept des Priorisierens mit Prokrastination verwechselt. Der Unterschied liegt darin, dass echtes Priorisieren auf einem bewussten Umgang mit Dringlichkeit und Wichtigkeit basiert, während Prokrastination meist aus dem Wunsch entsteht, etwas Unangenehmes zu vermeiden. Es gibt Aufgaben, die warten können und die man – bewusst geplant – später erledigen kann. Wichtig ist, sich selbst zu hinterfragen: Verschiebe ich das, weil es wirklich nicht dringend ist, oder weil ich mich einfach nicht damit beschäftigen möchte?

Ich selbst versuche, Prokrastination zu vermeiden. Mit vielen Themen auf dem Schirm, die mich sieben Tage pro Woche für 24 Stunden auslasten könnten, mache ich eine klare Unterscheidung zwischen dringenden und nicht dringenden Aufgaben. Manchmal werden die nicht dringenden Sachen plötzlich dringend, und dann nehme ich sie auch auf. Das liegt auch daran, dass wir innerhalb einer Firma, Vereins oder anderen Organisation zwar alle die gleichen übergeordneten Ziele verfolgen sollten, aber jede Person andere Verantwortungsbereiche hat, um diese Ziele zu verwirklichen.

Für mich ist das Prioritätensetzung, auch wenn es von außen betrachtet nach Prokrastination aussehen könnte.

Strategien gegen Prokrastination

Ein gewisses Maß an Aufschieben ist vielleicht normal, aber wenn wichtige Aufgaben regelmäßig liegenbleiben oder du dich ständig gestresst fühlst, ist es Zeit, etwas zu ändern. Stell dir Fragen wie: Was bringt mich dazu, Dinge zu verzögern? oder Wovor drücke ich mich?

Einer Person die sich regelmässig beim Prokrastinieren erwischt, können folgende Strategien gegen Prokrastination eine Hilfe sein.

  1. Klein anfangen: Oft reicht es, einfach anzufangen, auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist ungeliebte Aufgaben zu erledigen. Das senkt die Hemmschwelle, weiterzumachen.

  2. Aufgaben nach Dringlichkeit einteilen: Nicht alles muss sofort erledigt werden. Teile deine Aufgaben in Kategorien ein – dringlich und nicht dringlich – und sei ehrlich mit dir selbst, ob du wirklich aufschiebst oder ob du sinnvoll priorisierst.

  3. Setze Deadlines: Auch bei nicht dringlichen Aufgaben hilft eine klare Deadline. So hast du eine Zielmarke, ohne den Stress einer engen Deadline.

  4. Zeitfenster schaffen: Reserviere Zeit in Deinem Kalender, um Dich den Aufgaben zu widmen.

  5. Belohnungen schaffen: Motiviere dich, indem du dir nach Erledigung einer unliebsamen Aufgabe eine kleine Belohnung gönnst, z.B. mit einem Apfel (eine Belohnungen sollten nicht ungesund sein)

Gute Prokrastination: Wann das Aufschieben hilfreich sein kann

Nicht jedes Aufschieben ist negativ – im Gegenteil. Gerade im Bereich Kreativität und Strategie ist es oft notwendig, Abstand zu gewinnen und Ideen reifen zu lassen. Manchmal entstehen die besten Lösungen, wenn man sich Zeit nimmt und den Kopf frei bekommt. Das sogenannte „Inkubationsprinzip“ – das bewusste oder unbewusste Beschäftigen mit einer Aufgabe über einen längeren Zeitraum – führt häufig zu innovativen und fundierten Ergebnissen.

Es geht also darum, ein Gleichgewicht zu finden: Prokrastination kann, wenn bewusst eingesetzt, Raum für kreative Ideen und strategische Ansätze schaffen. Der Schlüssel liegt darin, zu wissen, wann es Zeit ist, etwas reifen zu lassen, und wann es an der Zeit ist, aktiv zu handeln.

My 2 Cents

Am Ende des Tages geht es darum, zu erkennen, was wirklich wichtig ist – und das auch in der Reihenfolge zu erledigen. Manchmal bedeutet das, sich durch etwas Unangenehmes zu kämpfen, während andere Dinge warten müssen. Wichtig ist es, dass man sich seiner Prioritäten bewusst ist und so Entscheidungen trifft, die langfristig zu weniger Stress und besseren Ergebnissen führen. Nicht alles muss sofort erledigt werden; manche Ideen brauchen Zeit zum Wachsen, aber mit der richtigen Prioritätensetzung behältst du die Kontrolle und kannst deine Zeit sinnvoll nutzen.

 
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